Bereits seit über zehn Jahren entführt Bethesda Software
PC- und Videospieler aus aller Welt in unregelmäßigen Abständen in die weiten
Welten von Tamriel. Den meisten von euch dürfte die Serie trotzdem erst seit
dem Mega Erfolg von The Elder Scrolls III: Morrowind ein Begriff sein, da
dieser als erster Teil nicht nur für den PC, sondern auch für die Konsole
erschien. Ältere Semester hingegen konnten bereits seit anno 1994 in die
virtuellen Welten der Elder Scrolls „Arena“ und „Daggerfall“ entfliehen und dort spannende Abenteuer bestreiten.

Die Grundlage für den Hype um den
sehnlichst erwarteten vierten Teil der Serie war sicherlich nicht
zuletzt der
große Erfolg von Morrowind, welchem nicht nur in Deutschland großer
Erfolg zu Teil wurde. Als erstes Next Generation-Rollenspiel waren
natürlich auch
die Erwartungen an die Optik von Oblivion hoch gesteckt. Der Power der
Xbox 360
(und natürlich vergleichbaren High End-PCs) sei Dank wurden diese
Erwartungen
glücklicherweise aber nicht nur erfüllt, sondern in vielen Belangen
sogar noch
übertroffen. Vor allem das grandiose Lightning, inklusive realistischer
Schattenwürfe in Echtzeit, verdienen ein Sonderlob. Die Tag- und
Nachtwechsel von Oblivion gehören sicherlich zu den schönsten
Erfahrungen, die
ein Videospieler mit Affinität zu einer gewissen visuellen Ästhetik
machen kann
und sollte. Es ist einfach faszinierend, zu beobachten, wie
die untergehende Sonne mit ihrer Abendröte langsam alles in ein seicht
schimmerndes Gewand hüllt. Generell versprüht die enorme Detailfülle
eine
Authentizität, die ihresgleichen sucht. Für Stilbrüche in der
gigantischen Welt
ist einzig und allein der Spieler selbst verantwortlich, jede Stadt hat
ihren
ganz eigenen Charakter. Das verschneite Brumar wirkt beispielsweise
sehr
rustikal, wohingegen größere Städte wie Imperial City oder das
malerische
Chorrol einen viel einladenderen Stil haben. Beeindruckende Bauwerke
findet ihr
aber nicht nur in den Siedlungen des Landes, sondern in etwas
mitgenommenerer
Form auch in der freien Natur. Zwar mangelt es diesen Ruinen und Höhlen
im
inneren auf Dauer an Abwechslung, aber allein die Reise zu diesen oft
entlegenen Orten entschädigt oftmals für den etwas monotonen Aufbau des
Reiseziels.
Bei der Darstellung der Fauna (die Tierwelt beschränkt sich auf Wild
sowie diverse
bösartig gesonnene Tiere wie Wölfe, Berglöwen und Bären) profitiert man
sehr
von der enormen Leistungssteigerung der Xbox 360 zu ihrem
Vorgängermodell. Zwar
ist die Zeichentiefe der Gräser und Büsche noch immer nicht über jeden
Zweifel
erhaben, dafür seid ihr wahrscheinlich noch nie zuvor durch derartig
dicht
bewachsene und gleichzeitig abwechslungsreiche Wiesen und Wälder
gestapft wie
die von Cyrodill. Gemessen an der überwältigenden Größe der Welt sind
auch die
Texturen und der Polygoncount auf hohem Niveau. Natürlich gibt es auch
Negativbeispiele, aber im Großen und Ganzen ist Oblivion eine
technische
Meisterleistung. Den Tribut, welchen der geneigte Spieler dafür in Kauf
nehmen
muss, sind unregelmäßige Ruckler von 1-2 Sekunden beim Nachladen,
Pop-Ups und
teilweise wirklich unansehnliche, sehr hölzern wirkende Animationen der
Charaktere und Monster. Das gilt gleichermaßen für den eigenen
Spielcharakter,
die unzähligen NPCs und die feindlich gesonnenen Deadra, auf welche ihr
im
Laufe des Abenteuers trefft.











