Es ist nicht leicht, sich mit
einem Spiel vom Kaliber eines Project Gotham Racing 2 messen zu müssen. Zu
„perfekt“ war das dritte Rennspiel aus dem Hause Bizarre Creations anno 2003.
Dem entsprechend, dürfte bei der Entwicklung von Project Gotham Racing 3 für
die brandneue Xbox 360 auch ein extremer Druck auf den Schultern der
Verantwortlichen gelastet haben. Hinzu kam noch der knapp bemessene Zeitrahmen,
der bis zur Fertigstellung zur Verfügung gestanden hat. Trotz allem steckte man
sich große Ziele. Man wollte sich jedem der wenigen Kritikpunkte des Vorgängers
annehmen, und diese gnadenlos ausmerzen. So viel sei gesagt, DAS hat man
geschafft...doch leider ist bekanntlich nicht alles Platin was glänzt.

Aller Anfang ist schwer?
Fehlanzeige!
Viele Anfänger bemängelten seinerzeit, dass der Einstieg
in PGR2 zu zäh sei, ebenso wollten sich Gelegenheitsspieler nicht erst durch
den enorm umfangreichen und mitunter extrem anspruchsvollen Karrieremodus
schlagen müssen, um an ein paar fahrbare Untersätze zu gelangen, die auch
Online mit denen der Konkurrenz mithalten konnten. Diese Kritik ist natürlich
auch BC zu Ohren gekommen und dementsprechend wurde dem Karrieremodus des
dritten Gothams eine Frischzellenkur verpasst. Dies geschah nicht nur
oberflächlich, auch die Basis blieb nicht unangetastet. Grundsätzlich ist
Project Gotham Racing auch mit Teil 3 noch immer der unverwechselbar charmante
und gleichermaßen facettenreiche Arcaderacer, der er immer gewesen ist. Erneut
gilt es zahlreiche, ideenreiche Aufgaben zu erfüllen die weit über die
üblichen, aber natürlich auch vorhandenen und sehr spannenden Straßenrennen
hinausgehen.
Die berüchtigten Slalom-Herausforderungen sind ebenso wieder mit
von der Partie, wie die spaßigen Blitzgerät Challenges und verschiedene Varianten
des Zeitfahrens. Bizarre lässt sich nicht lumpen und schüttelt zusätzlich noch
ein paar frische Ideen aus dem vorweihnachtlichen Ärmel. Die ohnehin
schmackhafte Mischung wird abgerundet durch Checkpoint-Rennen (ihr müsst eine
bestimmte Zahl an Markierungen innerhalb eines Zeitlimits abfahren), Zeit gegen
Kudos (unterbrecht das knapp bemessene Zeitlimit kurzzeitig mit Kudosmanövern)
und dem Drift-Versuch. In letzterem solltet ihr mit einem einzigen Drift die
geforderte Menge an Kudos-Punkten in einer vorgegebenen Zeit sammeln. Deren
Menge und somit gleichzeitig der Anspruch, wird durch die Wahl des
Schwierigkeitsgrades bestimmt, der sich erneut in fünf Stufen einstellen lässt.
Blutige Anfänger wählen den leichtesten Schwierigkeitsgrad: Stahl. Profis dagegen
versuchen sich an der Königsklasse, den Platin-Medaillen. Letztere zu erringen
erwies sich in der Praxis allerdings als deutlich zu einfach. Im direkten
Vergleich zum Vorgänger, hat Teil drei deutlich an Biss verloren. Einsteiger
freut es, Veteranen fühlen sich schnell unterfordert. Leider ist dieser Trend
symptomatisch für den Karrieremodus. Es wurde alles getan um die gegebene
Kritik auszumerzen. Leider erweckt man aber den Anschein, dabei außer acht
gelassen zu haben, dass erfahrene Spieler sich schnell langweilen könnten, denn
das gesamte Spiel ist recht leicht ausgefallen.










