Nicht erst seit gestern ist bekannt, dass westliche Produkte in Japan einen schweren Stand haben. Dies ist besonders bei Konsolen und Software aus dem Ausland zu beobachten, viele westliche Hersteller sind im Land der aufgehenden Sonne bereits gescheitert. Nicht anders erging es Microsoft, dem größten Softwarehersteller der Welt, mit der Xbox und auch der Nachfolger kann die japanische Käuferschaft bislang nicht so recht überzeugen. Wo andere längst aufgegeben hätten, betreibt Microsoft hartnäckig Ursachenforschung. Am Preis kann es nicht liegen, die Xbox 360 ist in Japan günstiger als auf jedem anderen Markt der Welt. Von unverhältnismäßig vielen Spielen erscheinen mit Extras ausstaffierte Special Editions zu günstigen Konditionen und trotzdem greifen die sonst so Merchandise-verrückten Japaner lieber zu Hard- und Software der Konkurrenz aus dem eigenen Land. Die einzige Erklärung neben dem schon fast erschreckenden Lokalpatriotismus scheint das zu westliche Line-Up zu bleiben. Aber ist es wirklich so einfach?


Haben und Nichthaben
Ninety-Nine Nights gehört zu jenen Titeln, die das Eis in Fernost brechen und Kunden von den Qualitäten der 360 überzeugen sollen. Auf dem Papier besitzt das Spiel tatsächlich einige Attribute, welche man als Basis für einen möglichen kommerziellen Erfolg bezeichnen könnte. Zunächst wählte man ein Genre, welches dem Spielverhalten der Japaner (tendenziell spielen die Japaner kürze Zeiträume) entgegen kommt. Ein Hack’n’Slay ist spielerisch simpel gestrickt und verlangt vom Spieler kein zeitintensives Lösen von Rätseln, sondern ist ganz auf kurzweilige Action fokussiert; die perfekte Wahl für den von Zeitmangel geplagten Japaner. Das nächste essenzielle Element ist ein adäquates Charakterdesign und tatsächlich, Ninety-Nine Nights kommt mit vielfältigen, völlig überzeichneten Charakteren daher, die allesamt einen großen individuellen Wiedererkennungswert besitzen. Die große Herausforderung besteht nun darin, diese Elemente auf einem ansprechenden Niveau mit einer fesselnden Story zu kombinieren und sich nicht in Details zu verlieren. Aber wie es nun mal so ist, liegt genau hier der Hund begraben. Oberflächig hat man alles richtig gemacht, aber phantasievoll designte Figuren, eine akzeptable Storyline, ein motivationsförderndes Erfahrungssystem und kurzweiliges Spieldesign auf der Habenseite reichen offenbar nicht aus, um die Probleme im Gameplay zu kaschieren, beziehungsweise zu kompensieren. Die durch das Genre bedingt schnell auftretende Monotonie ist dabei gar nicht einmal das größte Problem mit dem der geneigte Spieler, ganz egal ob west- oder östlicher Herkunft, es zutun bekommt. Völlig unzeitgemäß kommt beispielsweise das Speichersystem daher, welches es euch lediglich gestattet zwischen erfolgreich absolvierten Missionen zu sichern. Mit dem recht hoch angesetzten Schwierigkeitsgrad kann dies schnell zu frustrierenden Momenten führen, was nicht nur den Spielfluss hemmt, sondern auch den kurzweiligen Grundton des Titels untergräbt. Überhaupt wirkt das ganze Spiel unter der hübschen Oberfläche wenig innovativ. Die zu erfüllenden Aufgaben fallen zu konservativ aus, sie passen somit zwar gut ins Gesamtbild des Titels, trotzdem wären neue Impulse wünschenswert gewesen. Ninety-Nine Nights wird damit zum perfekten Beispiel für den konservativen Tenor, der sich wie ein roter Faden durch viel zu viele der sogenannten „Next Generation“ Spiele zieht.
Ninety-Nine Nights gehört zu jenen Titeln, die das Eis in Fernost brechen und Kunden von den Qualitäten der 360 überzeugen sollen. Auf dem Papier besitzt das Spiel tatsächlich einige Attribute, welche man als Basis für einen möglichen kommerziellen Erfolg bezeichnen könnte. Zunächst wählte man ein Genre, welches dem Spielverhalten der Japaner (tendenziell spielen die Japaner kürze Zeiträume) entgegen kommt. Ein Hack’n’Slay ist spielerisch simpel gestrickt und verlangt vom Spieler kein zeitintensives Lösen von Rätseln, sondern ist ganz auf kurzweilige Action fokussiert; die perfekte Wahl für den von Zeitmangel geplagten Japaner. Das nächste essenzielle Element ist ein adäquates Charakterdesign und tatsächlich, Ninety-Nine Nights kommt mit vielfältigen, völlig überzeichneten Charakteren daher, die allesamt einen großen individuellen Wiedererkennungswert besitzen. Die große Herausforderung besteht nun darin, diese Elemente auf einem ansprechenden Niveau mit einer fesselnden Story zu kombinieren und sich nicht in Details zu verlieren. Aber wie es nun mal so ist, liegt genau hier der Hund begraben. Oberflächig hat man alles richtig gemacht, aber phantasievoll designte Figuren, eine akzeptable Storyline, ein motivationsförderndes Erfahrungssystem und kurzweiliges Spieldesign auf der Habenseite reichen offenbar nicht aus, um die Probleme im Gameplay zu kaschieren, beziehungsweise zu kompensieren. Die durch das Genre bedingt schnell auftretende Monotonie ist dabei gar nicht einmal das größte Problem mit dem der geneigte Spieler, ganz egal ob west- oder östlicher Herkunft, es zutun bekommt. Völlig unzeitgemäß kommt beispielsweise das Speichersystem daher, welches es euch lediglich gestattet zwischen erfolgreich absolvierten Missionen zu sichern. Mit dem recht hoch angesetzten Schwierigkeitsgrad kann dies schnell zu frustrierenden Momenten führen, was nicht nur den Spielfluss hemmt, sondern auch den kurzweiligen Grundton des Titels untergräbt. Überhaupt wirkt das ganze Spiel unter der hübschen Oberfläche wenig innovativ. Die zu erfüllenden Aufgaben fallen zu konservativ aus, sie passen somit zwar gut ins Gesamtbild des Titels, trotzdem wären neue Impulse wünschenswert gewesen. Ninety-Nine Nights wird damit zum perfekten Beispiel für den konservativen Tenor, der sich wie ein roter Faden durch viel zu viele der sogenannten „Next Generation“ Spiele zieht.










