Über Harry Potter muss man eigentlich keine weiteren Worte verlieren. Wer ein Buch der ungemein erfolgreichen Reihe noch nicht zumindest einmal in der Hand hatte, der nimmt auch ansonsten Reißaus, sobald er ein Bücherregal vor sich sieht. Vor einigen Monaten erreichte die Potter-Manie mit dem Erscheinen des siebten und letzten Romans ihren Abschluss, zumindest was die literarische Seite angeht. Die Filmindustrie und damit auch die Videospielbranche hinken hier noch etwas hinterher und können „erst“ fünf Verwurstungen des Buchstoffes vorweisen. Da sich Großpublisher Electronic Arts damals die Rechte für die Softwareumsetzungen für einen beachtlichen Betrag sichern konnte, erscheint auch die fünfte Versoftung, Harry Potter und der Orden des Phönix, aus bekanntem Hause.
Neues Jahr, neuer Ärger
Das Schlamassel nahm schon am Ende des letzten Spiels, Harry Potter und der Feuerkelch, seinen Anfang. Lord Voldemort, praktisch der Sauron oder Darth Vader der Harry Potter Welt, feierte seine Rückkehr ins Leben und die Zauberwelt steht von nun an Kopf. Gerüchte werden laut über Versammlungen seiner Anhänger und Harry selbst wird in den Sommerferien fast von einem Dementor, einem schrecklichen Diener des dunklen Lords, getötet. Als das neue Schuljahr in Hogwarts beginnt, setzt sich die Misere fort, als die hinterhältige und verachtungswürdige Dolores Umbridge den Posten als Lehrerin für Verteidigung gegen die dunklen Künste übernimmt, wobei sie, die an den Fäden des korrumpierten Zauberministeriums hängt, absichtlich nur magische Verteidigung lehrt, da die alte Schreckschraube die Rückkehr von Lord Voldemort mit blindem Eifer leugnet. Harry kann seine Meinung nicht unterdrücken und macht sich mit Umbridge, die selbst vor körperlicher Bestrafung nicht zurückschreckt, eine neue Feindin. Als sie schließlich zur Großinquisitorin von Hogwarts ernannt wird, platzt Harry und seinen Freunden der Kragen. Gegen das neu ausgerufene Versammlungsverbot verstoßend, machen sich Harry, Hermine und Ron dazu auf, Mitstreiter im Kampf gegen das Böse zu sammeln und gründen damit „Dumbledores Armee“.

Keine dünne Geschichte und wer das 1000 Seiten starke Buch nicht gelesen oder den Film nicht gesehen hat, verstrickt sich beim Spielen von Der Orden des Phönix ganz schnell in unzählige Details und Plotlöcher, denn das Spiel taugt von vorne bis hinten nicht als Alternativquelle und hüpft in einem teils wahnwitzigen Tempo von Storypunkt zu Storypunkt. Dafür wurden viele der Gespräche mit den Mitschülern genutzt, um zuvor unklare Sachverhalte mit mehr Informationen zu füllen, wohl nicht zuletzt um beinharten Fans einen triftigen Kaufgrund zu präsentieren.











