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Duke Nukem Forever (PS3)

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 Spiel-Infos: Duke Nukem Forever (PS3)
Duke Nukem Forever Boxart Name: Duke Nukem Forever (PS3) (PAL)
Entwickler: Gearbox Software
Publisher: 2K Games
Erhältlich seit: 10. Juni 2011
Genre: Shooter - Ego Shooter / FPS
Spieler: 1 (offline), 1 - 8 (online)
Features:


Dieser Test basiert auf der PlayStation 3-Version. Kleinere Abweichungen im Vergleich zur entsprechenden Xbox 360-Fassung sind deshalb nicht völlig ausgeschlossen.

 
Mit dem Release von Duke Nukem Forever verlor die Videospielbranche ihren größten Running Gag: Gefühlte 74 Jahre war der Titel in Entwicklung, bis er in diesem Jahr dann endlich das Licht der Welt erblickte. Nicht jeder hatte wirklich daran geglaubt, dass der Duke mit seinem aktuellen Action-Abenteuer überhaupt noch einmal in den Händlerregalen landet. Aber kann dieses Spiel nach so langer Entwicklungszeit überhaupt etwas taugen? Wir haben unsere Erwartungen runtergeschraubt und wurden dennoch enttäuscht. In unserem Test erfahrt ihr, warum dieser Duke eigentlich nichts im Jahr 2011 zu suchen hat!

Zeitreise
Wisst ihr noch, wie es im Jahr 1997 gewesen ist? Was zu dieser Zeit so alles los war im Bereich der Videospielunterhaltung? Viele haben sicher am 1. März 1997 bei einem Elektrofachhandel ihres Vertrauens an der Kasse gestanden und die 399 DM für den Nintendo 64 hingeblättert. Ebenfalls vorstellbar, dass ihr eure Zeit auch noch mit der Vorgängerkonsole, dem Super Nintendo Entertainment System (SNES) verbracht habt. Möglicherweise habt ihr dem Release von Lucky Luke für den SNES Ende Oktober 1997 entgegengefiebert. Ein paar von euch werden damals auch die Ankündigung des einzig wahren Machos der Videospielgeschichte mitbekommen haben: Im Rahmen der E3 im April 1997 wurde damals nämlich Duke Nukem Forever angekündigt. Mittlerweile liegt das Jahr 1997 stolze 14 Jahre zurück und wir halten den neusten Duke Nukem-Titel endlich in den Händen. Ob die Duke Nukem-Gedächtnispflanze von Giga Games-Eddi noch existiert?

Zeiten ändern dich (nicht komplett)
Es ist schon nicht einfach für einen alternden Actionhelden: Auch wenn der Kopf sich noch gerne mit unzähligen Bösewichten im Alleingang messen würde - irgendwann macht der Körper ihm zwangsläufig einen Strich durch die Rechnung. Da helfen auch Mittelchen, wie Anabolika, irgendwann nicht mehr weiter - vor allem wenn man damit auch noch vom Zoll am Flughafen aufgegriffen wird. Duke Nukem erfüllte in den neunziger Jahren alle Anforderungen, die an einen Actionhelden gestellt wurden: Macho, Alkohol, Sex und coole Sprüche, die meist unter der Gürtellinie angesiedelt waren. Duke Nukem überzeichnete jedes gängige Klischee und wirkte dadurch wie die perfekte Parodie auf die realen Action-Stars á la van Damme, Sly und Arnie. Doch nach langer Abwesenheit kehrt der Duke nicht als Parodie jener 80er-Jahre Action-Stars zurück, sondern als Parodie von sich selbst. Duke ist in all den Jahren nicht erwachsener oder reifer geworden: Sein Sprüche haben teilweise zwar immer noch einen gewissen Nostalgie-Faktor, laden größtenteils aber zum Fremdschämen ein. Sein Hauptaugenmerk gilt in erster Linie immer noch seinem Ego und in zweiter Linie nackten Frauen und Bier.
 
Doch [irgendwie] wirkt der Duke in diesem Jahrtausend fehl am Platze. Die Welt entwickelt sich weiter, der Duke bleibt ein Relikt aus den 90er-Jahren und wirkt dabei eher wie ein alter lüsterner Playboy, der die letzten 15 Jahre im Koma gelegen hat. Mitunter mag das zum ein oder anderen Lacher führen - aber hauptsächlich werden jene Teenager ihren Spaß damit haben, die noch anfangen zu grinsen, wenn das Wort „Penis“ ausgesprochen wird. Diese Teenies dürfen sich dann auch darauf freuen, mit einem Stück Kot aus der Toilette die Wände zu beschmieren oder überdimensionale Titten auf ein Whiteboard zu kritzeln. Wer sich einfach auf einen Old-School-Shooter freut und mal wieder die klassischen Gameplay-Elemente erleben möchte, der dürfte leider etwas enttäuscht werden: Denn so wenig Duke erwachsen geworden ist und sich charakterlich den gesellschaftlichen Konventionen und „Normen“ des 21. Jahrhunderts angepasst hat, umso mehr hat der Duke an Oldschool-Elementen eingebüßt. Mal ehrlich: Ein Duke, der nur zwei Wummen mit sich trägt und eine regenerierende Health-Bar besitzt? Urgs,…
 Autor:
Joshua Hampf
Testbericht
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Screenshots:
Leserwertung:
5.9