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Deathsmiles - Deluxe Edition

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 Spiel-Infos: Deathsmiles - Deluxe Edition
Deathsmiles - Deluxe Edition Boxart Name: Deathsmiles - Deluxe Edition (PAL)
Entwickler: Cave (Computer Art Visual Entertainment)
Publisher: Rising Star Games
Erhältlich seit: 18. Februar 2011
Genre: Shooter - Shoot 'em Up
Spieler: 1-2
Features:
Koop-Modus, Online-Ranglisten, Soundtrack-CD
Das im Land der aufgehenden Sonne äußerst beliebte Genre der Shoot `em Ups (kurz: Shmups) aka Bullet-Hell-Shooter kann in westlichen Gefilden bis dato nur eine sehr geringe Fanbase aufweisen. Dementsprechend selten erscheinen dessen Vorzeigetitel in den Staaten, ganz zu verschweigen von europäischen Gefilden. Mit Deathsmiles, einem DER Vorzeigetitel der Kult-Shooterschmiede Cave, wagt Rising Star Games nun den Versuch, nach Ikaruga (bitte, liebe Shmupper, vergebt mir!) einen weiteren genreverwandten Titel im Westen zu etablieren. Inklusive dem japanischen DLC, einer Soundtrack CD und einer dritten Disc mit PC-Inhalten (Desktop-Motive etc.) unternimmt man nun einen ambitionierten Versuch, dem Genre auf der Xbox 360 Gehör zu verschaffen. Wir sind gespannt, nehmen Deathsmiles in der vorliegenden Deluxe Edition unter die Lupe und haben obendrein mit Max S. aus Berlin einen Experten befragt. Max ist seit vielen Jahren Genrefan und Teil der Shmup-Szene. Wir haben ihn auf Seite 3 unter anderem dazu befragt, was gute Shooter seiner Meinung nach ausmachen, warum Deathsmiles auch für Einsteiger empfehlenswert ist und welche Titel man sich ebenfalls anschauen kann, wenn man durch Deathsmiles Lunte gerochen hat. Viel Spaß beim Lesen!
 
Das horizontal scrollende Deathsmiles ist bizarr und setzt auf ein außergewöhnliches Design mit extrem hohen Nerdfaktor. Die Story ist belanglos, kann aber zügig darauf heruntergebrochen werden, dass ihr in die Haut von vier (bzw. fünf) jungen Gören schlüpft, die in eine Parallelwelt gezogen werden, in der sie als friedensichernde Engel gelten, die, mit magischen Fähigkeiten gesegnet, gegen allerlei aus der Hölle ausbrechende Dämonen kämpfen müssen. Das Ziel lautet: das hiesige Königreich beschützen und schließlich nach Hause zurückkehren. Klingt jetzt schon extrem nach japanischem Otaku-Kitsch? War aber noch nicht alles. Wie es sich für einen ordentlichen Japano-Shooter gehört, ist der Titel in einem technisch an die SNES-Zeiten angelehnten, zweidimensionalen Animestil gehalten. Als Titelheldinnen dienen dabei eine Handvoll minderjähriger, knapp und reizvoll bekleideter Gören, die beinahe dafür verantwortlich gewesen wären, dass das Spiel mit dem leicht anzüglichen Namen „Gothic Lolitas“ auf den Markt gekommen wäre. Anzüglich deshalb, da die Lolita bzw. das zugehörige Synonym „Lolicon“ (Abkürzung für den Begriff des Lolitakomplex) in Japan als Genre für Hentai (nicht jugendfreie Manga-Comics) gilt, die als Thematik die Sexualität minderjähriger Mädchen darstellen. Was im Land der aufgehenden Sonne rein rechtlich kein Problem darstellt, hätte im Westen sicher für Diskussionsstoff und im schlimmsten Falle für Veröffentlichungsprobleme gesorgt, weshalb man sich entschloss, einen weniger provokanten Namen zu wählen. Rein inhaltlich enthält das Spiel aber bis auf die knappe Kleidung der Mädels keine pornographischen Inhalte. Kurzzeitig besorgte Eltern können nun also ebenso aufatmen wie die hiesige Genre-Fanbase. Schnitte gibt es nicht, das Game ist ganz regulär ab 12 Jahren freigegeben.
Ebenso abgedreht wie die Charaktere ist auch der Rest vom Spiel. Die Gegnerschar reicht in den acht (bzw. neun) Arealen von Höllenhunden über dreizacktragende Widder und fliegende Augen hin zu gigantischen Kühen als Bossgegner. Bei zum Leben erwachten Bäumen auf der einen Seite und herumfliegenden Sensenmännern auf der anderen fällt es indes schwer, den Stil des Spiels in die Horror- oder doch lieber in die Gothic-Ecke zu schieben. Wie gut, dass es auf GU keinen Schubladenzwang gibt.  Vom verrückten Gegnerdesign mal abgesehen wartet das Spiel mit liebevoll gezeichneten Hintergründen in den verschiedensten Szenarien auf. Es gibt unter anderem Sümpfe, Wälder, Friedhöfe, Vulkane, Stadtgebiete und Schlösser zu begutachten. Die grafische Qualität dieser variiert aber aufgrund der Tatsache, dass das Game in drei Versionen auf der Scheibe enthalten ist. Einmal in der originalen Arcade-Version mit kleinem Bildausschnitt und 1:1 portierter Pixeloptik, dann noch mal in einer überarbeiteten Xbox 360-Version mit höherer Auflösung und aufgehübschten Sprites und eine Arranged 1.1 Version, die der 360-Variante einige neue Features hinzufügt. Hier ist es etwa möglich, den kleinen Schutzgeist, der permanent um eure Figur herumschwirrt und fleißig mitballert, mit dem rechten Stick selbst zu kontrollieren. Als Bonusgimmick der vorliegenden Deluxe Edition (eine normale Version gibt es europaweit übrigens nicht) ist der in Japan 1500 MS Points teure Bonusinhalt „Mega Black Label“ übrigens gleich implementiert. Mega Black Label lässt sich mit jedem der drei Modi spielen und fügt diesen einen fünften Charakter, eine neunte Map sowie den kranken Schwierigkeitsgrad-Level 999 hinzu. Für Spieler mit masochistischen Wesenszügen also ein absolutes Schmankerl.
 Autor:
Thomas Steuer
Testbericht
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Leserwertung:
8.6