Technisch gehört Call of Duty 2
sicherlich nicht zu den Titeln, welche die Xbox 360 an das Limit ihrer
Möglichkeiten treiben würde. Zwar ist das optische Gesamtbild sehr stimmig. Bei
genauerem Hinsehen wirken einige Texturen aber sehr karg und das fehlen von
Echtzeit-Lighting, dynamischen Schatten, sowie der Verzicht auf optische
Leckerbissen wie Paralax-mapping, oder vergleichbaren Effekten, welche für eine
Optikverbesserung sorgen, ist sehr auffällig. Dem entgegen stehen die gelockten
60 Frames per second und die wunderbar anzusehenden Rauch- und Partikeleffekte,
die ohne Untertreibung das Beste sind, was man in einem Spiel dieser Art jemals
bewundern durfte. Die Rauchwolken sehen zudem nicht nur sehr plastisch aus, sie
haben auch einen spielerischen, sowie einen atmosphärischen Mehrwert, der nicht
zu unterschätzen ist. Ich erinnere mich an eine Szene in der Britischen Kampagne,
in der es meine Aufgabe war, die Stadt gegen die anrückenden Deutschen zu
verteidigen. Ich feuerte am Kolben eines stationären Maschinengewehres ohne
Unterbrechung auf eine Horde Gegner, die einen Hügel runter stürmte. Nur wenige
Augenblicke später zog sich langsam ein undurchdringlicher, grauer Vorhang vor
mir auf, ohne irgend etwas zu sehen feuerte ich weiter. Nachdem erneut ein paar
Augenblicke ins Land gegangen waren, wollte ich kurz durchatmen und die Lage
analysieren. Plötzlich sehe ich zahllose Umrisse frenetisch schreiender Gegner
aus der dichten Nebelsuppe auf mich zukommen, ein gespenstischer und
faszinierender Anblick. Fakt ist, ohne jenen Rauch wäre Call of Duty 2 nicht
der überragende Atmosphären-Hammer, der es in dieser Form ist. Die Sounduntermalung
des Spiels ist konkurrenzlos. Eine 5.1 Anlage vorausgesetzt, brennt Call of
Duty 2 ein bis dato ungeahntes akustisches Feuerwerk ab. Nur wenige Titel
verfügen über eine ähnlich differenzierte und gut ortbare Dolby Digital
Abmischung, die eure Anlage derartig fordert. Der reine Wahnsinn!
Musikuntermalung dagegen wurde nur sehr spärlich eingestreut und kommt zumeist
erst dann zum Einsatz, wenn ihr ein Missionsziel bewältigt habt, oder sich eine
Mission gen Ende neigt.

Die wohl schärfste Kritik erntet
Novalogic allerdings für den verpatzen Multiplayer-Modus. Hier mangelt es an
allen Ecken und Enden. Zunächst einmal wäre da, die in Relation zur Größe der
meisten Mehrspielerkarten, zu geringe Spielerzahl. Maximal dürft ihr Online mit
acht Leuten zocken, im System Link immerhin zu zwölft. Das allein wäre ja noch
zu verschmerzen, nicht aber, dass es keinerlei Möglichkeiten gibt über Xbox
Live eigene Spiele anzulegen. Es gibt zwar eine Spielervermittlung die sich in
das Ranglistenspiel und die Spielersuche teilt, aber auch hier ist der einzige
Parameter den ihr beeinflussen könnt die Art des Spiels (Deathmatch,
Team-Deathmatch, Capture the Flag, Headquarter und Seek and Destroy), an das
ihr vermittelt werden wollt. Weder könnt ihr einstellen, welche Karte ihr
spielen wollt und genauso wenig habt ihr Einfluss darauf, mit wem ihr spielen
wollt. Es besteht zwar die Möglichkeit dem Spiel eines Freundes beizutreten, in
der Praxis aber sind die Spiele viel zu schnell voll, als das man daran denken
könnte, mit einem oder gar mehreren Freunden eine Partie spielen zu können. Was
uns auch schon zum nächsten, direkt daraus
resultierenden Kritikpunkt bringt.












