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Call of Duty 2

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MasterChief im zweiten Weltkrieg?
Einige Aspekte des Gameplays, die Call of Duty 2 auf der Habenseite für sich verbuchen kann, sind allerdings so präsent, dass sie dem Titel doch seinen ganz eigenen, unverwechselbaren Stempel aufdrücken können. Call of Duty 2 erfindet natürlich weder sich selbst, noch das Genre neu, es ist nicht einmal ein größerer evolutionärer Schritt zu erkennen. Allerdings bediente man sich recht ungeniert bei den Größen des Genres. Das beste Beispiel gibt das neue, aus Halo 2 entliehene Health-System. Neuerdings verfügt das spartanische ohnehin spartanische HUD, über keinen Balken oder eine sonstige Anzeige, die euch zeigt wie es um eure Gesundheit bestellt ist. Lediglich euer Herzschlag und euer Adrenalinspiegel geben Auskunft darüber, wie gut oder schlecht es euch geht. Steckt ihr ein paar mehr Treffer ein als gut für euch ist, zeigen euch, euer nun deutlich hörbarer Puls und der rot wabernde Bildrand an, dass es allerspätestens jetzt Zeit ist, Deckung zu suchen.
Nachdem ihr dort einige Augenblicke ohne eine weitere Kugel zu fangen verharrt habt  (werdet ihr in dieser Phase getroffen bedeutet das euren Tod), sind alle Verletzungen wie weg geblasen. Dieser wundersamen und beliebig oft reproduzierbaren Genesung sei Dank, ist das Spiel auf jedem der vier Schwierigkeitsgrade immer fair und verhindert geschickt, dass Frust aufkommt oder der Spielfluss durch lästiges suchen nach einem Verbandskasten in den heißen Feuergefechten unterbrochen wird. 
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Call of Duty geht wie bereits erwähnt, sehr spartanisch mit sonst von vielen Spielern als essenziell empfundenen Gameplay Aspekten um. Das macht allerdings nichts, der Spieler kann sich dies im Gegenteil durchaus zu Nutze machen. Die künstliche Intelligenz eurer Gegner, sowie eurer Mitstreiter, kann nicht einmal im Ansatz mit Referenzen auf diesem Gebiet mithalten. Das höchste der Gefühle ist es, wenn die KI einmal eine vor ihren Füßen gelandete  Granate zurück zum Absender wirft. Wo Half Life 2 durch die Einbindung der grandiosen Physik-Engine in das Spieledesign glänzte, versagt Call of Duty 2 ebenfalls auf ganzer Linie. Es sind abgesehen von den Granaten schlicht und ergreifend keine Physik-Routinen vorhanden. Auch ein Ragdoll-System sucht ihr vergebens, es kommen ganz altmodisch nur Sterbeanimationen zum Einsatz. Und auch spielerisch wird nur gehobener Durchschnitt geboten. Die intuitive Steuerung ist nicht überladen sondern sehr eingängig und komfortabel. Unnötige Aktionen hat man sich gespart, Türen könnt ihr beispielsweise nicht manuell öffnen. Hier seid ihr dann doch wieder auf eure Kameraden angewiesen, die per Script für euren kontinuierlichen Fortschritt sorgen. Dieser Mut zur Einfachheit setzt sich nahtlos beim Spieldesign fort, dies gereicht Call of Duty 2 allerdings zu einem Vorteil. Zwar gibt es recht mannigfaltige Ziele, die ihr während der 10 Missionen des Spiels erfüllen müsst, der Weg dorthin führt aber immer über die Konfrontation mit den Heerscharen des  Gegners. Andere Spiele setzen ganz penetrant auf das „fünf Minuten Spaß Konzept“. Soll heißen die spaßigen fünf Minuten wiederholen sich immer und immer wieder. Im Grunde läuft das ganze bei Call of Duty 2 genauso ab, es gibt aber einen kleinen, feinen Unterschied: Call of Duty lässt euch zwischen diesen fünf Minuten nicht verschnaufen. Ihr habt permanent Action satt und könnt euch der vielen Gegner oft kaum erwehren. Das liegt aber auch daran, dass es an vielen Stellen des Spiels unendlichen Nachschub selbiger gibt. Ihr könnt einzelne Gebiete nur dann säubern, wenn ihr mit eurem Trupp bis zu einer bestimmten Stelle vorrückt. Dies ist, neben dem Einsatz der Rauchgranaten, die effektivste Taktik des Spiels. Erfreulicherweise gilt das gleiche Recht für alle oder ihr seid einfach nur der wichtigste und beliebteste Soldat des zweiten Weltkrieges, denn an freundlich gesinnten KI-Kameraden mangelt es ebenfalls zu keinem Zeitpunkt. Daher rentiert es sich oft, vorzustürmen, sich in Deckung zu begeben und eure Kollegen den Rest erledigen zu lassen. Hat man dieses System erst einmal durchschaut und verinnerlicht, macht es das Spiel deutlich leichter, nimmt euch aber auch einen kleinen Teil der so perfekt geglaubten Illusion, die das Spiel ansonsten vermittelt.
 Autor:
Henrik Zenses
Testbericht
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Leserwertung:
8.2