Nachdem ihr dort einige
Augenblicke ohne eine weitere Kugel zu fangen verharrt habt (werdet ihr in dieser Phase getroffen bedeutet das euren Tod),
sind alle Verletzungen wie weg geblasen. Dieser wundersamen und beliebig oft
reproduzierbaren Genesung sei Dank, ist das Spiel auf jedem der vier
Schwierigkeitsgrade immer fair und verhindert geschickt, dass Frust aufkommt
oder der Spielfluss durch lästiges suchen nach einem Verbandskasten in den
heißen Feuergefechten unterbrochen wird.

Call of Duty geht wie bereits erwähnt,
sehr spartanisch mit sonst von vielen Spielern als essenziell empfundenen
Gameplay Aspekten um. Das macht allerdings nichts, der Spieler kann sich dies
im Gegenteil durchaus zu Nutze machen. Die künstliche Intelligenz eurer Gegner,
sowie eurer Mitstreiter, kann nicht einmal im Ansatz mit Referenzen auf diesem
Gebiet mithalten. Das höchste der Gefühle ist es, wenn die KI einmal eine vor
ihren Füßen gelandete Granate zurück
zum Absender wirft. Wo Half Life 2 durch die Einbindung der grandiosen
Physik-Engine in das Spieledesign glänzte, versagt Call of Duty 2 ebenfalls auf
ganzer Linie. Es sind abgesehen von den Granaten schlicht und ergreifend keine
Physik-Routinen vorhanden. Auch ein Ragdoll-System sucht ihr vergebens, es
kommen ganz altmodisch nur Sterbeanimationen zum Einsatz. Und auch spielerisch
wird nur gehobener Durchschnitt geboten. Die intuitive Steuerung ist nicht
überladen sondern sehr eingängig und komfortabel. Unnötige Aktionen hat man
sich gespart, Türen könnt ihr beispielsweise nicht manuell öffnen. Hier seid
ihr dann doch wieder auf eure Kameraden angewiesen, die per Script für euren
kontinuierlichen Fortschritt sorgen. Dieser Mut zur Einfachheit setzt sich
nahtlos beim Spieldesign fort, dies gereicht Call of Duty 2 allerdings zu einem
Vorteil. Zwar gibt es recht mannigfaltige Ziele, die ihr während der 10
Missionen des Spiels erfüllen müsst, der Weg dorthin führt aber immer über die
Konfrontation mit den Heerscharen des
Gegners. Andere Spiele setzen ganz penetrant auf das „fünf Minuten Spaß
Konzept“. Soll heißen die spaßigen fünf Minuten wiederholen sich immer und
immer wieder. Im Grunde läuft das ganze bei Call of Duty 2 genauso ab, es gibt
aber einen kleinen, feinen Unterschied: Call of Duty lässt euch zwischen diesen
fünf Minuten nicht verschnaufen. Ihr habt permanent Action satt und könnt euch
der vielen Gegner oft kaum erwehren. Das liegt aber auch daran, dass es an
vielen Stellen des Spiels unendlichen Nachschub selbiger gibt. Ihr könnt einzelne Gebiete nur
dann säubern, wenn ihr mit eurem Trupp bis zu einer bestimmten Stelle vorrückt.
Dies ist, neben dem Einsatz der Rauchgranaten, die effektivste Taktik des
Spiels. Erfreulicherweise gilt das gleiche Recht für alle oder ihr seid einfach
nur der wichtigste und beliebteste Soldat des zweiten Weltkrieges, denn an
freundlich gesinnten KI-Kameraden mangelt es ebenfalls zu keinem Zeitpunkt.
Daher rentiert es sich oft, vorzustürmen, sich in Deckung zu begeben und eure
Kollegen den Rest erledigen zu lassen. Hat man dieses System erst einmal
durchschaut und verinnerlicht, macht es das Spiel deutlich leichter, nimmt euch
aber auch einen kleinen Teil der so perfekt geglaubten Illusion, die das Spiel
ansonsten vermittelt.












