Portal | Wii | GameCube | Nintendo DS | Game Boy | PlayStation 3 | PlayStation 2 | Sony PSP | Xbox 360 | Xbox || Blogs | Chat | Forum
Xbox 360 » Tests » C » Call of Duty 2

Call of Duty 2

-> Drucken Spiel-Infos ein-/ausblenden...
 Spiel-Infos: Call of Duty 2
Call of Duty 2 Boxart Name: Call of Duty 2 (PAL)
Entwickler: Infinity Ward
Publisher: Activision
Erhältlich seit: 24. November 2005
Genre: Shooter - Ego Shooter / FPS
Spieler: Online 2-8
Features:
HDTV 16:9, DD 5.1, Xbox Live Multiplayer
Die Spielerschaft ächzt. Es gab eine Zeit, da waren Spiele, welche die Geschehnisse des zweiten Weltkrieges thematisierten etwas Besonderes. Mittlerweile sind aus diesen Exoten ganze Sub-Genres entstanden, die sich fest in der breit gefächerten Landschaft der Videospielkultur etablieren konnten. Das Problem, unter dem vor allem die WWII-Ego-Shooter leiden, ist die vorherrschende Stagnierung, das Genre tritt seit langem auf der Stelle. Die angebotenen Spiele gleichen sich untereinander in ihrer Machart und in ihren spielerischen Facetten zu sehr. Das geht sogar soweit, das es Spieler gibt, die dieses Untergenre pauschal abgeschrieben haben. Das ist allerdings, zumindest ein stückweit, durchaus verständlich. So beeindruckend und erschütternd zugleich beispielsweise die Landung in der Normandie am berühmten D-Day auch dargestellt sein kann, um ehrlich zu sein, möchte ich trotzdem nicht in jedem neuen WWII-Spiel als scheinbar unkaputtbarer Held, Omaha Beach stürmen müssen, während links und rechts neben mir meine Kameraden fallen wie die Fliegen. Auch Call of Duty 2 beschreitet diesen Weg, allerdings tut es dies in aller Konsequenz inkonsequent!
Die Grafik "http://xbox360.gaming-universe.de/screens/%5Breview%5Dcall_of_duty2_2er-1.jpg" kann nicht angezeigt werden, weil sie Fehler enthält.
Der vermeintliche Bekannte...
Die große Stärke des Spiels, mit der man sich in einem angenehmen Maß von der Konkurrenz differenziert, ließe sich mit der alten Binsenweisheit :“ weniger ist manchmal mehr“ ganz treffend umschreiben. Call of Duty reduziert sich selbst auf das Wesentliche. Spielerisch belastenden Schnickschnack gibt es in Call of Duty 2 nicht und trotzdem setzt es ein Highlight. Das Spiel beeindruckt nicht mit klassischen Tugenden. Weder glänzt es mit spielerischer Brillanz, einer überragenden künstlichen Intelligenz, noch mit hundertprozentiger Authentizität oder gar mit Realismus, es ist nicht einmal eine Physik-Engine vorhanden. Das Spiel zieht seine Attraktivität hauptsächlich aus der extrem präsenten, prägnanten Wirkung der durchlebten Szenerien. Erstaunlicherweise schafft man dies trotz, oder gerade auch weil man weit davon entfernt ist, diesen Weltkrieg mit seinen grausamen Hintergründen auch als solchen zu behandeln, respektive darzustellen. Zwar durchschreitet ihr im Laufe der drei Kampagnen an russischer, britischer und amerikanischer Front in chronologisch korrekter Reihenfolge tatsächliche Schauplätze, wo ihr einige der bekanntesten und bedeutendsten Schlachten des zweiten Weltkrieges schlagt, aber dies geschieht (fast) komplett, ohne dass euch das Spiel mit den politischen Statements oder den grausamen ethischen Idealen der Nationalsozialisten konfrontiert. Vor allem die deutsche Version des Spiels vermittelt vielmehr den Eindruck das ihr an der Alliierten Front nicht gegen die Nazis, sondern einfach gegen feindliche Soldaten antretet. Denn bis auf wenige Ausnahmen in den ersten Levels, bleibt ihr sogar von der deutschen Propagandamaschinerie unberührt. Merkwürdigerweise stören diese Tatsachen die Spielerfahrung nicht im geringsten. In anderen Serien wäre es beispielsweise auch ein Totschlagargument, dass gefallene Gegner nach kurzer Zeit nicht mehr auf dem Schlachtfeld liegen, sondern einfach ausgeblendet werden. In Call of Duty 2 jedoch hat man als Spieler, obgleich des rasanten Spielablaufs, der euch kaum Verschnaufpausen gönnt, keine Gelegenheit dies negativ zu bemerken und noch viel weniger Zeit sich darüber zu ärgern. Statt dessen ist man den Entwicklern fast dankbar, dass sie so ökonomisch gehandelt haben und lediglich die originalgetreuen Waffen-Repliken, die nach verrichteter Arbeit das Schlachtfeld säumen, vom Tode eines virtuellen Soldaten zeugen.
Der Titel macht keinen Hehl daraus, dass er eben nur ein Spiel ist, und keine Simulation des zweiten Weltkrieges. Man hat sich also trotz der hohen audiovisuellen Authentizität die Freiheit genommen und „nur“ ein atmosphärisches Spiel entwickelt, nicht mehr und nicht weniger.
 Autor:
Henrik Zenses
Testbericht
Zur Screengalerie
Screenshots:
Leserwertung:
8.2