Bereits letztes Jahr haben wir euch vom Xbox 360 Exklusiv-Rollenspiel Tales of Vesperia berichtet, welches bei Namcos Tales of Studio in Entwicklung ist. Unterdessen hat Namco das Rollenspiel auch für den Westen angekündigt - in den USA ist ein Release 2008 bereits zugesichert, sodass auch Europa noch hoffen darf, mit etwas Glück noch dieses Jahr Hand an den jüngsten Spross der Tales of... Serie legen zu können.
Für das Charakter-Design von Tales of Vesperia zeichnet sich Kosuke Fujishima (Ah! My Goddess, Sakura Taisen) verantwortlich, welcher bereits bei den drei Teilen "Tales of Phantasia", "Tales of Symphonia" und "Tales of the Abyss" die Charaktere und den Look des Spiels entwickelte. Und genau das Team der beiden letztgenannten Titel ist es, welches uns Tales of Vesperia auf der Xbox 360 bescheren wird. Laut Director Yoshito Higuchi will man mit Vesperia eine etwas ältere Zielgruppe (16+) ansprechen, als das noch bei den vorherigen Teilen der Fall war (Teenager). So verfügt der Hauptcharakter Yuri (der Charakter mit den schwarzen Haaren) auch bereits eine voll entwickelte Persönlichkeit.
Auch waren die Entwickler in der Vergangenheit besorgt, ihre Geschichten könnten im Westen nicht gut ankommen. So waren sie mitunter überrascht, dass dies bei den westlichen Reviews zu Abyss nicht kritisiert wurde. Als sie die Story zu Tales of Vesperia einem Mitglied der amerikanischen Namco-Exekutive schickten, reagierte diese mit "This is great! Yuri's awesome! He's like Jack Bauer!" - so dürften Zweifel an der Story-Verträglichkeit für den Westen der Vergangenheit angehören.
Tales of Vesperia befindet sich bereits seit dem Release von Tales of the Abyss in Entwicklung - die Arbeiten sind derzeit zu rund 60% abgeschlossen. Erste Arbeiten wurden sogar während der Entwicklung von Abyss getätigt - damit ist Tales of Vesperia der Teil, dem das Studio von allen Teilen am meisten Entwicklungszeit gewidmet hat. Um den malerischen Look zu garantieren ist jede Textur von Vesperia handgemalt. Doch das Team hat sich schnell auf die neue Situation eingestellt: Nach einer Eingewöhnungsphase benötigten die Designer nur noch rund 20% mehr Zeit für eine Location in HD, als noch bei den Vorgängern. Auch bei den Ladezeiten hat das Team gearbeitet: So haben sie sich zwar dazu entschlossen, Struktur Weltkarte, Dorf und Kampfbildschirm beizubehalten - allerdings gehen die Wechsel fix von statten und kommen deutlich seltener vor.
Tales of Vesperia läuft mit 30 Frames pro Sekunde, wobei sich dieser Wert im Kampfmodus verdoppelt. Das Kampfsystem hat sich seit Abyss weiterentwickelt. Bezeichneten die Entwickler es damals noch als FR-LMBS, "Flex-Range Linear Motion Battle System", nennen sie das System von Vepseria "EFR-LMBS" - also Evolved FR-LMBS. Trefft ihr auf eine Gruppe Monster, während sich in ihrer Sichtweite eine weitere Horde befindet, kann es sein, dass sich diese gegen euch im Kampf verbünden. Und schon habt ihr es mit beispielsweise sieben oder acht Gegnern zu tun. Der Spieler kann bei Vesperia zudem neue Spezialattacken lernen, welche an individuelle Waffen geknüpft sind. Finishing-Schläge erlauben es, Gegner mit einem einzigen Treffer zu besiegen, nachdem er eine Button-Kombination korrekt bewältigt hat. So erfolgreich besiegte Gegner hinterlassen auch spezielle Materialien, welche das Erzeugen von seltenem, einzigartigem Equipment für seinen Charakter erlaubt.
Der Umfang von Tales of Vesperia wird in etwa der Gleiche sein wie bei Tales of the Abyss - was die Entwickler als umfangreich empfinden. Man will die Spieler, die nicht stundenlang am Stück Zeit zum Spielen haben, nicht in Vergessenheit geraten lassen - auch sie sollen das Ende sehen. So gibt es auch ein Recap-System, welches nach einer längeren Spielpause die letzten Geschehnisse noch einmal zusammenfasst, damit sich der Spieler gleich wieder in die Ereignisse der Welt hineinversetzen und weiterspielen kann.
Natürlich wird es in Tales of Vesperia auch Xbox Live Features geben - wie diese aussehen werden, abgesehen von Leaderboards, wollten die Entwickler jedoch noch nicht verraten. Solltet ihr den Trailer im letzten Jahr verpasst haben, präsentieren wir ihn an dieser Stelle noch einmal:
Interview-Quelle: PlayMagazine